Ausmalbilder ausdrucken: Was kostet das wirklich?

26. September 2026

Ausgedruckte Ausmalbilder auf einem Holztisch mit Bunt- und Filzstiften

Ein Blatt Kopierpapier kostet rund einen Cent. Alles, was darüber hinausgeht, entscheidet der Drucker: Wer Ausmalbilder zu Hause ausdruckt, zahlt pro Seite zwischen etwa einem und zehn Cent, und der Unterschied liegt fast vollständig an der Technik im Gerät. Bei zwei Blättern pro Woche fällt das nicht auf. Bei einem Kindergeburtstag mit zwölf Gästen oder einer Kita-Gruppe, die jede Woche neue Motive bekommt, summiert es sich auf einen Betrag, den man einmal durchgerechnet haben sollte.

Die gute Nachricht vorweg: Die Vorlagen selbst müssen nichts kosten. Der Kostenblock steckt im Verbrauchsmaterial.

Was ein ausgedrucktes Ausmalbild wirklich kostet

Die Rechnung besteht aus zwei Posten: Papier und Tinte beziehungsweise Toner. Ein Blatt A4-Kopierpapier mit 80 g/m² liegt bei etwa einem Cent, schwereres Papier mit 120 g/m² eher bei zwei bis drei Cent. Beim Druck selbst reicht die Spanne weiter auseinander. Ein Schwarzweiß-Laserdrucker liegt je nach Modell und Tonerpreis bei ungefähr zwei bis vier Cent pro Seite, ein Tintenstrahler mit Originalpatronen eher bei vier bis zehn Cent. Geräte mit nachfüllbarem Tintentank drücken den Seitenpreis deutlich unter einen Cent, kosten in der Anschaffung aber spürbar mehr. Für ein reines Schwarzweiß-Ausmalbild braucht es keine Farbe, und genau das ist der größte Hebel: Wer versehentlich im Farbmodus druckt, verbraucht Tinte aus allen Patronen, auch wenn auf dem Blatt nur schwarze Linien stehen.

Drucktechnik Kosten je S/W-Seite Worauf zu achten ist
Schwarzweiß-Laser ca. 2 bis 4 Cent Toner trocknet nicht ein, auch bei seltener Nutzung
Tintenstrahl mit Originalpatronen ca. 4 bis 10 Cent Düsen können bei Pausen von mehreren Wochen eintrocknen
Tintenstrahl mit Tanksystem deutlich unter 1 Cent höherer Anschaffungspreis, rechnet sich erst bei Menge
Tintenabo nach Seitenzahl feste Monatspauschale nicht gedruckte Seiten verfallen je nach Tarif

Dazu kommt der Papierpreis. Bei zehn Seiten pro Woche und einem Tintenstrahler mit Originalpatronen landen Sie im Jahr grob bei 30 bis 50 Euro, beim Laserdrucker eher bei 15 bis 25 Euro.

Welches Papier für Ausmalbilder passt

Standardkopierpapier mit 80 g/m² funktioniert für Buntstifte einwandfrei. Bei Filzstiften schlägt die Farbe durch und hinterlässt auf dem nächsten Blatt oder auf dem Tisch Abdrücke. Wer weiß, dass mit Filzstiften gemalt wird, nimmt Papier mit 100 bis 120 g/m². Das passt bei den meisten Heimdruckern noch durch die normale Papierkassette. Alles darüber, also 160 oder 200 g/m², gehört in den hinteren Einzelblatteinzug, sofern das Gerät einen hat. Wird schweres Papier durch die reguläre Kassette gezogen, kommt es häufiger zu Papierstaus und verzogenen Linien.

Für Wasserfarben oder Wachsmalblöcke reicht auch 120 g/m² nicht. Dann lieber auf 200 g/m² gehen oder das fertig gemalte Bild von vornherein als Buntstiftmotiv planen.

Vergleich zweier Papierstärken, bei der dünneren schlägt Filzstiftfarbe durch
Ab 100 bis 120 g/m² schlagen Filzstifte kaum noch auf die Rückseite durch.

Woran man gute Malvorlagen erkennt

Der Unterschied zwischen einer brauchbaren und einer ärgerlichen Vorlage zeigt sich erst beim Ausmalen. Entscheidend sind geschlossene Konturen: Läuft eine Linie nicht sauber rundum, zieht der Filzstift die Farbe in die Nachbarfläche, und das Bild ist für ein Kind im Vorschulalter verdorben. Die Linienstärke sollte zum Alter passen. Für 5- bis 7-Jährige braucht es große Flächen und kräftige Umrisse, ab etwa 8 Jahren dürfen die Details feiner werden. Sinnvoll ist außerdem, ob eine Vorlage als PDF und als PNG angeboten wird: Das PDF druckt maßstabsgetreu und ohne Qualitätsverlust, das PNG lässt sich am Tablet weiterverwenden. Wer nicht bei jedem Regennachmittag neu suchen will, erfährt mehr über ausmalbilder, die nach Altersgruppen von 5 bis 12 Jahren sortiert sind und sich ohne Anmeldung als PDF drucken oder als PNG speichern lassen.

Skeptisch sollte man bei Vorlagen sein, die als niedrig aufgelöstes Bild aus einer Bildersuche stammen. Auf A4 hochgezogen werden aus sauberen Linien graue, ausgefranste Ränder, und Graustufen fressen beim Druck zusätzlich Tinte.

Die Druckeinstellungen, die Tinte sparen

  1. Im Druckdialog auf Graustufen oder Schwarzweiß stellen, damit die Farbpatronen unangetastet bleiben.
  2. Qualität auf Normal lassen. Der Entwurfsmodus spart Tinte, lässt aber Linien ausfransen, was beim Ausmalen stört.
  3. Seitenanpassung auf 100 Prozent statt auf Seitengröße anpassen, sonst wandern Motivteile in den nicht druckbaren Rand.
  4. Randlosdruck ausschalten. Er verbraucht mehr Tinte und bringt bei Umrisszeichnungen keinen Vorteil.
Heimdrucker mit ausgegebenen Blättern im Ausgabefach
Schwarzweiß-Laserdrucker verzeihen lange Druckpausen ohne eingetrocknete Düsen.

Tintenabo, Nachfülltinte oder doch ein Laserdrucker

Für Haushalte, in denen regelmäßig Malvorlagen, Arbeitsblätter und Schulunterlagen gedruckt werden, ist ein Schwarzweiß-Laserdrucker die wirtschaftlichere Wahl. Er kostet in der Anschaffung oft unter 150 Euro, der Seitenpreis bleibt niedrig, und das Gerät verzeiht Druckpausen von mehreren Monaten ohne verstopfte Düsen. Genau daran scheitern viele Tintenstrahler im Familienalltag: Nicht die Tinte ist verbraucht, sondern der Druckkopf ist trocken, und die Reinigungsläufe kosten weitere Tinte.

Ein Tintenabo rechnet sich nur, wenn die gebuchte Seitenzahl auch tatsächlich anfällt und regelmäßig Farbdrucke dabei sind, etwa Fotos oder farbige Bastelvorlagen. Wer unter zwanzig Seiten im Monat druckt, zahlt bei den meisten Tarifen für Leistung, die er nicht abruft. Nachfülltinte von Drittanbietern senkt die Kosten spürbar, kann aber bei neueren Geräten Chip-Erkennungen auslösen und die Garantie berühren.

Bleibt der Copyshop. Ein Schwarzweiß-Ausdruck kostet dort meist im niedrigen einstelligen Cent-Bereich pro Seite bei größeren Mengen, was sich für einen Klassensatz von 25 Blättern lohnt, für drei Bilder am Sonntag aber nicht.

Nutzung in Kita, Schule und Hort

Kostenlos für den privaten Gebrauch heißt nicht automatisch frei für jede Weitergabe. Wer Ausmalbilder als Klassensatz vervielfältigt, in einem Elternbrief verschickt oder auf der Einrichtungs-Website einbindet, sollte vorher den Nutzungshinweis der Quelle lesen. Viele Anbieter erlauben den Druck für Kita und Schule ausdrücklich, untersagen aber die kommerzielle Verwendung, etwa im verkauften Beschäftigungsheft oder als Beigabe zu einem bezahlten Angebot. Ein Blick auf diese Zeile dauert eine Minute und erspart im Zweifel eine Abmahnung.

Für den Normalfall zu Hause gilt: 120er Papier, Schwarzweiß-Einstellung, ein Laserdrucker, wenn ohnehin regelmäßig Arbeitsblätter anfallen. Damit liegen die laufenden Kosten pro Ausmalbild bei rund vier Cent, und die Diskussion über den nächsten Patronensatz erledigt sich für ein bis zwei Jahre.